CAMP – die Siebte!

Connected AwarenessJohanna pinnt Wünsche

Unsere CAMPs (Connected Awareness Meeting Parties) finden ca. alle drei bis vier Monate statt. Unser geografisch verstreutes Team trifft sich für ein Wochenende – oder sogar länger – an einem Ort in Deutschland, um über die Organisation zu reflektieren, unsere Roadmap zu justieren, Gemeinschaft zu genießen und zu fördern, und über konkrete Anliegen zu sprechen oder Prozesse auszuprobieren. Es folgen einige Highlights des letzten CAMPs (14. Juli bis 16. Juli 2018)

Mitte Juli war es wieder soweit: unser 7. CAMP, dieses Mal wieder im vertrauten Koblenz. Und genau diese vertraute Umgebung würde der Anker für neue Begegnungen und Erkenntnisse sein. Denn: Zwei unserer neuen Mitwirkenden – Frieder und Gerhard – waren das erste Mal ‚in echt‘ dabei. Das 7. Camp stand also schon allein deshalb unter dem Motto „Kennenlernen“.  Aber wir haben nicht nur Gerhard und Frieder persönlich kennengelernt, sondern auch ein neues Format, um Konflikte anzusprechen, und es gewagt, uns in neue Themen für unser gemeinsames Bewusstsein und Miteinander vorzudringen.

Dieser Artikel ist geschmückt von Zitaten von Frieder, der sein erstes CAMP-Erleben schildert.

„Zunächst war ich sehr skeptisch, ob ich zum CAMP gehen werde, da es für mich bedeutete, meine Komfortzone zu verlassen. Die Gruppe, insbesondere die Integrationsmanagerin, vermittelten mir jedoch schnell das Gefühl, einerseits gewünscht zu sein, und mir in meinen Spannungen entgegenzukommen und sie mir zu nehmen.” ~ Frieder

Gut gelauntes Wiedersehen

Kennenlernen!


„Ich kam am Freitagabend vor dem eigentlichen CAMP an, damit ich Zeit hatte, mich einzufühlen und mich bis zum Arbeitsbeginn am Samstagmorgen schon zu integrieren. Der Umgang war locker, entspannt; mir wurde vorgelebt, dass völlig klar ist, dass jede*r sich unterschiedlich bequem fühlt, unterschiedliche Dinge als Herausforderung sieht, wofür es Verständnis aufzubringen gilt. Das brachte uns schnell auf ein sehr menschliches Level des Umgangs…” ~ Frieder

Am Samstagmorgen begegneten sich fünf Menschen, die sich sehr gut kennen, und zwei, die wenig bis keine Interaktion mit den anderen hatten. Was also tun? Wir haben eine etwas andere Vorstellungsrunde eingeleitet: Statt, dass jede*r sich selbst vorstellt, wurde jede*r von uns von der gesamten Gruppe vorgestellt. Neben der bloßen Vorstellung gerieten wir oft und schnell in wertschätzende Äußerungen. Schöner hätten wir den Tag kaum starten können.

Gerhard und Frieder im Gespräch

Zwei unserer neuen Mitwirkenden: Gerhard (links) und Frieder (rechts)

Nach dem ersten Beschnuppern widmeten wir uns wie üblich unserer ko-kreativen Agenda-Gestaltung. Wir hatten uns viel vorgenommen: Einen Raum zu schaffen, um zwischenmenschliche Spannungen sowie organisationsweite Spannungen anzusprechen, einen Raum zu schaffen, um noch mehr in die Tiefe zu gehen und zwischenmenschliche Beziehungen zu stärken und zu vertiefen, und neben all dieser ‚Beziehungsarbeit‘ auch noch unsere Roadmap anzuschauen, zu updaten, und zu erweitern. Dazu sollte es noch einen kleinen Workshop von unserer Unterstützenden Janne geben, zum Thema Macht und Privilegien. Uff, ganz schön viel für ein Wochenende.

Tribal Stage


„…Das wurde noch bestätigt und gekrönt von dem „Tribal Stage“-Prozess, den wir am Samstagnachmittag durchführten. Spannungen untereinander und mit Connected Awareness bekamen Raum, Handlungsinitiativen wurden skizziert, und abschließend wurde gelobt und gefeiert und gekuschelt – zumindest metaphorisch. (Vielleicht beim nächsten Mal auch physisch?)” ~ Frieder

Unser neues Format in der Kategorie „Konfliktlösung und -präventation“ nennen wir ‚Tribal Stage‘. Inspiriert durch das von Georg Tarne (Organisationsberater und Gründer von soulbottles) entwickelte, gleichnamige Format, welches unser Kreis Unterstützung leicht modifizierte, konnten Konflikte sichtbar werden, Feedback fließen sowie in Wertschätzung gefeiert werden. Wir haben dabei viel gelernt, sowohl über die Anwendung des Formates in der Zukunft, wie auch übereinander und miteinander.

„Am Sonntag stand dann – eigentlich – inhaltliche Arbeit an, doch hier zeigte sich, dass dem Agendapunkt eine noch nicht explizierte Spannung zugrunde liegt. Das nun entstehende Format und die Dynamik in der Gruppe hat mich fasziniert und noch nach dem CAMP beschäftigt.“ ~ Frieder

Sonntagmorgen: Themen über Themen überschlugen sich plötzlich und unser Prozess brach auseinander. Erstmal durchatmen. Nach einer Pause und vereinzeltem Geben und Empfangen von Empathie konnte die Gruppe dann wieder zusammenfinden und jedem und jeder zuhören. Auch durch diesen Konflikt konnten wir viel lernen: Wie wichtig es ist, dass mehrere Leute bei uns sich fähig fühlen, zu moderieren. Wie wichtig eine transparente Moderation ist („Hier sind gerade 3 verschiedene Themenstränge im Raum…“), und wie wichtig es ist, Menschen mit erhöhter Emotionalität zu hören und abzuholen. In all dem wurde auch klar: Das nun folgende Thema ist essenziell wichtig für unsere Zusammenarbeit.

Macht & Privilegien

Macht und Privilegien – was heißt das überhaupt? Wie wurden wir sozialisiert, und was bedeutet das für unseren Alltag? Wie wirken sich unbewusste Macht- und Privilegiendynamiken auf unsere Zusammenarbeit bei Connected Awareness aus? Durch Jannes interaktiven, einführenden Workshop war uns schnell klar: Damit wollen wir uns noch weiter beschäftigen. Vor allem inspirierte uns die Frage, welche unbewussten Machtstrukturen bei Connected Awareness wirken. Im Kreis Unterstützung brodelt jedenfalls viel kreative Energie, unsere inneren Organisationsstrukturen noch feingefühliger zu gestalten, damit alle Mitwirkenden bei Connected Awareness ihre Anliegen mit Leichtigkeit vorbringen und die Wege der Organisation effektiv mitgestalten können.

Auf Kurs!

Zufrieden konnten wir feststellen, dass unsere Roadmap weiterhin von uns allen getragen wird. Wir gehen einen gemeinsamen Weg! Unsere Vision inspiriert uns und hält uns am Ball – selbst ohne finanzielle Mittel von außen.

Unser Connector-Team Marco und Florian nutze die Zeit für Dreharbeiten an einem Kurzfilm, der Organisationen und Gemeinschaften einladen wird, an unserem Prozess teilzunehmen. Mit dem baldigen Update unserer Webseite werdet ihr in den nächsten Wochen das Ergebnis erleben können.

Marco und Jens lächeln

Marco und Jens: Müde, aber erfüllt am Ende des CAMPs

Fazit


„In der Zeit nach dem CAMP war ich ganz berauscht von der neuen Qualität zwischenmenschlicher Interaktion, die ich zwar heimlich ersehnt, aber nie so erlebt habe. Ich kam als veränderter Mensch zurück in meinen Alltag und freue mich jedes Mal, wenn ich beobachte, dass mein Handeln oder Denken auf dem dort Gelernten aufbaut. Die verschiedenen Video-Calls, die seitdem bereits geschehen sind, sorgen dafür, dass die wohltuende Praxis immer wieder aktiviert wird.” ~ Frieder

Das 7. CAMP war ein CAMP, auf dem Beziehungen geschmiedet, verschiedenste Lernerfahrungen gemacht, und durch sowohl Frieder wie auch Gerhard integrierter Teil von Connected Awareness wurden. Das nächste CAMP findet im Oktober statt – wir freuen uns drauf!

„Spannend, auch im Nachhinein, ist für mich, zu sehen, wieviel Wert auf meine individuelle Befindlichkeit gelegt wird, um damit zu sehen und daraus zu lernen, also: hier gibt es also noch Potential zur Weiterentwicklung, die Gelegenheit nehmen wir dankend an…
Für das nächste Mal freue ich mich auf intensiv Verbindendes, vielleicht kann ich die eine oder andere Idee für den Ablauf mit einbringen.” ~ Frieder

 

Dieser Artikel floss aus Janas Feder, Florian lieferte Input und Jens schaute auch nochmal drüber.

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